Reisebericht von Bernie
Gut gelaunt und gestärkt mit vielen wertvollen Tipps von Agi und Eisbär, Betti und Carsten und razar, diversen Routenplanern und Reiseführern in der Tasche ging unsere Fahrt zunächst nach Antalya. Es hat nicht lang gedauert, da wurden all unsere Planungen bzgl. unserer Reiseroute über den Haufen geschmissen! Wir hatten das Gefühl, ganz Antalya besteht nur aus Baustellen und Umleitungen! Ausserdem stand auf keinem der Hinweisschilder weder eine Nr. bzw. ein Ortsname, der uns in die richtige Richtung geführt hätte! Unsere Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt und wer solche Situationen kennt, weiss, wie schnell die Stimmung umschlagen kann, speziell bei einem "alten Ehepaar".

Nachdem wir über eine Stunde im Kreis rumgefahren sind, hab ich mich ausnahmsweise einmal durchsetzen können und entschieden, eine andere Strecke zu nehmen. Also fuhren wir entlang der Küste in Richtung Kemer. Da kannten wir uns aus! Je weiter wir in die Berge fuhren, umso schöner wurden die Aussichten. Erste Zigarettenpause machten wir kurz vor Kumluca. Schön, einfach schön dieser Rundblick! Mit meinen Reiseunterlagen in der Hand hielt ich Ausschau nach einem Brunnen mit Delfinen, der auch schnell gefunden war. Basak, die Pastane, die Agi und Eisbär empfohlen hatten, war nicht zu übersehen! Aber wo parken? Kurzerhand hielt mein Göttergatte im absoluten Halteverbot und ich hechtete in den Laden, wo ich plötzlich all meine Englischkenntnisse vergass und mit Händen und Füssen dem Verkäufer klarmachte, welches Gepäck ich haben wollte. In der Zwischenzeit hatte mein Wolle ebenfalls all seine Gliedmassen beanspruchen müssen um der Jandarma klar zu machen, dass er nicht beabsichtige auf dem Parkplatz alt zu werden.

Wir setzen dann unser Fahrt fort und wurden am Eingang der Stadt Finike von einer überdimensionalen Orange begrüsst. Aha, das ist also die Apfelsinenstadt! Links und rechts der Strasse über mehrere Kilometer nur Apfelsinenbäume und dazwischen blüten in den kräftigsten Farben rankende ! Wunderschön! Weiter gings immer bergauf zu einer Hochebene, deren Anblick uns immer wieder ein Ah und Oh entlockt hat! Zwischen km2 grossen unkultivierten Flächen plötzlich riesige Apfelplantagen! Wir waren in Elmali, der Apfelstadt, die wir, wenn wir das Wort Elma (Apfel) nicht gekannt, sofort am Duft erkannt hätten! An den Strassen standen zig LKWs voll beladen mit leckeren Vitaminspendern ! Allein vom Geruch hätte man schon pumperl gesund sein müssen.



Kurz hinter Elmali verliessen wir dann die Hauptstrasse und fuhren mitten in die Berge rein in Richtung Seki. Was uns hier von der Natur geboten wurde, hat mir mehr als einmal Pipi in die Augen getrieben! So etwas an Naturfarbenpracht hatten wir noch nie gesehen! Wir konnten uns einfach nicht satt sehen an der Laubverfärbung der Bäume , den in allen Schattierungen leuchtenden Berghängen, ja sogar ausgedörrte Feuchtgebiete zeigten sich in Farben, die nur ein Künstler zusammenmischen kann! Ich weiss nicht, wie oft wir angehalten haben um alles in uns aufzusaugen! Das ist die Türkei! Was verpassen nicht all die Touristen, die in dieses unbeschreiblich schöne Land reisen um ihre Urlaube in grossen AI Anlagen zu verbringen ohne zu wissen, was ihnen entgeht! Nach jeder Kurve gabs ein anderes Bild. Entweder überquerte eine Herde Ziegen die Strasse, andere sassen mitten in den Bäumen oder Esel liesen sich nicht aus der Ruhe bringen und scherten sich einen Dreck darum, ob man mit dem Auto an ihnen vorbei wollte Das Wort "Vogelgrippe" geriet hier zur Farce, da in jedem kleinen Köy, durch das wir kamen das Federvieh frei zwischen Bäumen, Sträuchern und Ruinen herum lief .

Als wir dann am höchsten Punkt auf ca. 1800 m angekommen waren, gings wieder runter in Richtung Zivilisation, leider! Unsere letzte Etappe nach Fethiye führte im dichten Verkehr durch schmutzige Vorstädte und Industrieansiedlungen. Wie schön war es doch dagegen in den Bergen gewesen! Da wir durch unsere unfreiwillige Rundreise durch Antalya Zeit verloren hatten, konnten wir auf unserem Weg nach Ölüdeniz keinen Zwischenstopp in Fethiye mehr einlegen, was Carsten und Betti sicher enttäuschen wird Was wir von Fethiye sahen war alles andere als schön , was aber sicher nicht das Fethiye war, was uns so warm ans Herz gelegt worden ist!

Um 16.00h erreichten wir dann unser Ziel: Olüdeniz. Unsere Planungen wurden komplett über den Haufen geworfen, weil man uns nur in das "Lykia World " Einlass gewähren wollte gegen einen Kostenbeitrag von 25 EUR p.Person, den unsere Freunde, die wir dort besuchen wollten, schon für uns entrichtet hatten. Da die Sonne sich immer tiefer neigte und wir wenigstens noch ein paar schnelle Blicke im Hellen auf die Anlage werfen wollten, suchten wir uns in aller Eile ein Hotel in der Nähe des Lykia. Das Kardel Hotel sollte uns für eine Nacht Unterschlupf gewähren, da es auch im Dunklen vom Lykia aus gut wieder zu finden war. Nur schnell die Tasche aufs Zimmer gebracht und dann ab ins Lykia, wo wir kurz vor Sonnenuntergang einen schnellen Rundgang machen konnten. Die Lage ist einfach traumhaft und der Blick rüber nach Ölüdeniz ist einfach wunderschön. Landschaftlich überhaupt kein Vergleich mit unserer 2. Heimat aber das war uns auch schon vorher klar gewesen.

Wir verbrachten dann den Rest des Abends bei unseren Freunden und fielen dann erschöpft von der Fahrt aber auch von den Eindrücken der Tour in unsere Betten, die vor dem Einschlafen noch einmal kräftig mit uns in Serpentinen die Berge rauf und runter fuhren

Teil 2 meines Reiseberichtes " von Ölüdeniz nach Colakli" folgt in Kürze!